SERVICE ABOVE SELF - SELBSTLOSES DIENEN

ist der Wahlspruch der mehr als 1,2 Millionen Rotarier in aller Welt, die sich in mehr als 34.000 Clubs in 166 Ländern zusammengeschlossen haben. Sie bilden eine weltanschaulich nicht gebundene, überparteiliche Vereinigung von Frauen und Männern, die sich über alle Grenzen hinweg für humanitäre Hilfe und Völkerverständigung einsetzen. Zu den Tätigkeitsschwerpunkten von Rotary International gehören die Polio Plus-Kampagne zur Ausrottung der Kinderlähmung sowie das weltweit größte private Programm für den internationalen Jugendaustausch.

Chicago 1905: Paul Harris, ein junger Anwalt, enttäuscht von den Geschäftspraktiken hier, trifft sich mit drei Gleichgesinnten. Man kommt überein, dem gegenzusteuern. In abendlich, bei den verschiedenen Mitgliedern rundum, wiederkehrenden Treffen (daher der Name „Rotary“) entsteht die Idee einer Vereinigung von toleranten Berufstätigen, die Fairness und guten Willen im Wirtschaftsleben auch zum Nutzen von Ärmeren einbringen Heute ist Rotary der weltweit älteste existierende Service-Club. Sitz der Hauptverwaltung ist Evanston bei Chicago in den USA.

Die rotarische Welt teilt sich in 34 Zonen und 531 Distrikte, in denen jeweils ca. 50 Clubs zusammen-gefasst sind. In Deutschland gibt es 14 Distrikte mit 915 Clubs und rund 45 500 Rotarier. An der Spitze eines Distrikts steht der jeweils für ein Jahr gewählte Governor, der während seiner Amtszeit Mitglied im Deutschen Governorrat ist. Diese Multidistrikts-Organisation stellt das Bindeglied zwischen dem Hauptsitz von Rotary International und dem einzelnen Club dar.

Als Organisation, die sich selbstloses Dienen auf ihre Fahnen geschrieben hat, stellte Rotary im Jahr 2008/09 über 180 Millionen US$ zur Verfügung - seit 1947 insgesamt über 2,4 Milliarden US$. Die Leistungsbilanz der deutschen Clubs für das Jahr 2004/2005 weist insgesamt rund 28 Millionen Euro auf, von denen knapp 17,5 Millionen Euro für Projekte der einzelnen Clubs aufgebracht wurden.

Überregional wurden allein im Jahr 2002/2003  zur Ausrottung der Kinderlähmung sowie für die Hochwasserhilfe ein Betrag von 10,7 Mio Euro zur Verfügung gestellt (Arbeitseinsätze nicht berücksichtigt).

Welches Service-Potenzial ein dicht geknüpftes Netzwerk bietet, zeigt sich in der Reaktion der Rotarier auf die Tsunami-Katastrophe in Südostasien. Bei solchen Notfällen liegt die Stärke Rotarys in der Hilfe zum Wiederaufbau. Allein in Deutschland wurden dafür 1,2 Millionen Euro bereitgestellt, die einem Babyhospital in Sri Lanka sowie verschiedenen anderen Projekten zugeflossen sind. Die direkte Zusammenarbeit zwischen Clubs in Deutschland und vor Ort ermöglicht den optimalen Einsatz der Spenden, die jeweils zu 100 Prozent dem Spendenzweck zugute kommen.


Internationale Projekte:
 
Das Motto der Rotarier, Service Above Self - Selbstloses Dienen reflektiert ihr Hauptanliegen, sei es im Gemeinwesen, am Arbeitsplatz oder in Projekten in aller Welt. Rotarische Initiativen gestalten sich dabei in einer Vielzahl von Projekten und Initiativen, von Jugendarbeit, Austauschen und Stipendien über Bildungsprogramme bis hin zu Selbsthilfeprojekten und Direkthilfen dort, wo die Not am größten ist. Hier einige Beispiele rotarischen Engagements:
  • Polio-Eradikation: 1985 versprachen die Mitglieder von Rotary, innerhalb von 20 Jahren die Welt endgültig von der grausamen Kinderlähmung zu befreien. Damit stellte sich Rotary an die Spitze einer beispiellosen internationalen Kampagne, die in Zusammenarbeit mit der WHO durchgeführt wird.
     
    • Bis zum heutigen Tag hat Rotary über 500 Millionen Dollar und zahllose Freiwilligeneinsätze bereitgestellt. Dadurch konnten bisher über zwei Milliarden Kinder weltweit geimpft werden.
       
    • Heute gibt es weltweit nur noch jährlich einige hundert Fälle von Polio, was eine Verringerung der Erkrankungen seit 1988 von 99.8 Prozent ausmacht. Davor erkrankten rund 350.000 Kinder pro Jahr an der Seuche.
       
  • Internationale Ausbildung: Rotary ist der weltgrößte Privatsponsor für internationale Studienstipendien. Jedes Jahr reisen Studenten dank eines Rotary-Stipendiums ins Ausland, um dort zu studieren. Auch Schüleraustausche gehören zur Aktionspalette der Rotary Clubs, die jährlich fast 8.000 Schulpflichtige zu Auslandsaufenthalten von 3 Monaten bis zu einem Jahr verschicken.
     
  • Frieden: Nicht nur weil es ihrer innersten Überzeugung entspricht, sondern auch als Vermächtnis betrachten die Rotarier ihre Friedensanstrengungen auf der internationalen Bühne. Die Gründung der Vereinten Nationen zum Beispiel geschah unter maßgeblichem Einfluss von Rotariern und noch heute genießt Rotary International bei der UN einen Sonderstatus als Beobachter. Auch die Gründung von UNICEF sowie einer Reihe anderer internationaler Organisationen gehen auf eine Initiative von Rotary zurück. Die sogenannten Rotary Centers for International Studies stellen ebenso eine Investition in eine friedliche Zukunft dar. An diesen Studienzentren werden Weltfriedensstipendiaten auf eine Laufbahn im diplomatischen Friedensdienst vorbereitet.
     
  • Lesen und Schreiben: Rotary Clubs engagieren sich besonders im Kampf gegen das Analphabetentum in der Welt. Speziell entworfene Leseprogramme verzeichnen, zum Beispiel in jüngster Vergangenheit in Thailand, dramatische Erfolge.

 

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